Rückblick auf das tanzhafenFESTIVAL 2013

 

Linz feierte vom 26. April bis zum 4. Mai 2013 den zeitgenössischen Tanz. Der Hafen Linz an der Donau wurde dabei der Ort des Austauschs und der Begegnung, Knotenpunkt und Zwischenstation für Tanzkunstschaffende aus der Region. Sechs Anlegestellen dienten als Spiel- und Erlebnisorte rund um den Tanz.

56 KünstlerInnen brachten an 7 Tagen 820 BesucherInnen durch ihre Kunst und Filme zum Staunen. LaientänzerInnen machten bei 4 Workshops ihre ersten Schritte in Richtung zeitgenössischer Tanzkunst.

 

Interview mit beteiligten des tanzhafenFESTIVALS von dorftv

Tag 1: Posthof Freitag 26.04.

Stücke bereits etablierter oder sich in Etablierung befindender ChoreografInnen mit einer Länge von jeweils 30 Minuten bedeuten den Auftakt des Festivals und zeigen eine bunte Bandbreite der zeitgenössischen Tanz- und Performancekunst:

20:00 Marina Koraiman: „Korenina [:Wurzel]“

20:45 Vertebra Dance Collective: „Boiling-Freezing-Melting point“

21:30 Doris Uhlich: „Rising Swan“

„Korenina [:Wurzel]“

Inspiriert von Maja Haderlaps Buch „Engel des Vergessens“ (angefragt) gräbt Marina Koraiman ihre eigenen Wurzeln aus, verortet sie, tastest sich an ihnen entlang, bis in der Rhizosphäre eigene Bestimmtheiten auftauchen. Ein Tanzstück über „Niemandsländer“ und „Lebendigkeiten“.

“Boiling-Freezing-Melting point“

Watching people live within a system, in a highly competitive society, we can discern that people pass through different roles every day. The same person exercises power or is under the power of others depending on the situation or on what the consequences of those circumstances might be. How do people interact when power is changing faces and forms? We have looked at how this could be a domino effect under the common term of power, shaping and (re)defining whole societies.

The Vertebra Dance-Collective was founded 2010 by Marina Mazaraki and Fivos Salahas (Salzburg, Austria). Touched by political and social issues, which affect and inspire them in their performances, they are trying to communicate their message to the audience through movement and visual art.

„Rising Swan“

Als Ausgangspunkt für Doris Uhlichs Solo „Rising Swan“ dient Michel Fokines Choreografie „Der sterbende Schwan“. Das revolutionäre expressive Ballett wurde 1907 von Anna Pawlowa uraufgeführt und machte diese weltberühmt. Das Auf und Ab des Schwans, die Wucht des Flügelschlags und das Widersetzen gegen das Untergehen, das Pawlowa in ihrem Solo ausdrückte, finden in „Rising Swan“ eine neue Form. Doris Uhlich holt die Choreografie ins Jahr 2010 und verknüpft sie mit persönlichen Erinnerungen von Aufbrüchen und Untergängen.

Day 1 // Posthof

Tag 2: Kornspeicher Wels 27.04.

„Merkaba“ von Anne Bianca Braunesberger Premiere des abendfüllenden Stückes als Ausnahme und einzige Außenstelle des Festivals. Hier startet nicht nur eine lokale Choreografin, die nach ihrer Ausbildung in Deutschland, zu ihren Wurzeln zurückkehrt und an ihrer Etablierung arbeitet, sondern hier beginnt auch ein einzigartiges örtliches Experiment: das Stück wird in die eher untypische Bühnensituation des Kornspeichers „eingebaut“ und aus dem Raum und der Beleuchtung wird ein eigenes Konzept gemeinsam mit dem Tanz in Verbindung gebracht.

Zusatzprogramm: „bildende Kunst trifft darstellende Kunst“
Bianca Anne Braunesberger eröffnet maximal 10 bildenden Künstlern die Möglichkeit , das Tanzstück auf Papier festzuhalten…

Die Veranstaltung war mit 70 BesucherInnen ausverkauft.

 

Workshops in der RedSapata Tanzfabrik

Mit diesem kostenfreien Angebot wurden vor allem LaientänzerInnen angesprochen. Teilnehmen konnten bis zu max. 30 Personen proWorkshop; die Zahl wurde geringfügig überschritten durch 35 BesucherInnen, die an allen Worshops teilgenommen haben.

Workshops:

Marina Mazaraki „zeitgenössischer Tanz“

Lena Setzwein „Musical Jazz Dance“

Yana Vereshchaga „Contemporary Jazz Dance“

Gabi Troller und Verena Forster „tanz!Dich“

Day 2 // Kornspeicher Wels

Tag 3: Lentos Performance Day 28.04.

 

Der Eintritt für alle Zuschauer war für alle Performances im Lentos – Auditorium KOSTENFREI. Die

Vorstellungen fanden am Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr statt.

Josseline Black „some confession“

(20 min)

Some visceral exploration of a confession of Lust. Die Tänzerin Josseline Black (USA) beschäftigte sichmit einer Auseinandersetzung der ortspezifischen Gegebenheiten des Lentos Kunstmuseum. Josseline Black ist seit etwas einem Jahr in Linz und dies ist ihr zweites Projekt nach der Realisierung einer ersten „site-specific“ Performance am Freinberg in Linz.

Lena Setzwein „Netze“

(15 min)

Die frisch gegründete Jugend Tanz Kompanie „ZeiTTanz“ aus Linz beschäftigt sich in einer ersten Skizze mit dem Thema „Netze“ und ist ein Jugendprojekt mit LaientänzerInnen zwischen 14 und 20 Jahren. Lena Setzwein wollte sich hier besonders mit dem Aspekt des „Community Dance“ auseinandersetzen und hat verschiedene Personen motiviert am Projekt mitzuarbeiten. Keiner der Beteiligten hatte vorher Erfahrungen mit dem zeitgenössischen Tanz.

Luis Gonzaga Hoyos „memory“

(20 min)

Memory is an physicality of two relevant aspects in the daily life of every human being, we all have issues, memories and inclinations that haunt us but at the same time give us the pleasure of living.

Eva Borrmann “schöne Ecken“

(15 min)

Wie in der eigenen Stadt, in die man immer wieder zurückkehrt, mit den eigenen vertrauten Wegen, Strukturen und Plätzen die man bewusst aufsucht um dort zu verweilen. So entseht bei der Tänzerin durch ein sich selber anfassen, ausprobieren, erkunden und forschen gleichzeitig auch ein genießen seiner eigenen bekannten, prachtvollen, oft mit Erinnerungen beladenen und vielleicht auch neu gefundenen schönen Ecken und Positionen am und mit dem Körper der Tänzerin. Kurz – Eine Sightseeingtour des Tänzerkörpers.

Carina Huber „LOKALKOLORIT / Ergebnis einer Performanceentwicklung“

(10 min)

Die Künstlerin aus Vorarlberg wird für das tanzhafenFESTIVAL einen Ausschnitt aus einem Arbeitsprozess zeigen. Kooperation von RedSapata Tanzfabrik (Linz) mit netzwerkTanz  Vorarlberg im Rahmen des Netzwerkprojektes „Lokalkolorit“.

Rafal Pierzynski „another level“

(30 min), unterstützt von der Anton Bruckner Privatuniversität

“Another Level” is a look at the dance performance as a dynamic process occurring in between the performers. On stage, individuals are working out a way to be together in one space. We observe possible developments inside of the process when there is no option ‘to leave’. Falling to other levels we begin to interpret their surrounding differently. It’s a look at another level of limitation. When one sees difficulties in every restriction, another can see opportunities in every difficulty. Working with the topic of restrictions, the performers create a dance full of possibilities.

Day 3 // Lentos Performance Day

Tag 4: AEC deep space, Montag, 29.04.

Tanzfilme zusammengestellt von Theresia Dückelmann

‘Artikelnr.0371121’ (2008) – 06:29
Regie/Choreografie/Darstellerin: Katharina Schwärzer
Kamera/Licht: Joe Berger
Schnitt: Georg Geutebrück
Musik/Ton: Katharina Schwärzer

‘Out of Bounds’ (2007) – 12:00
Regie: Stephan Richter
Choreografie/ Darstellerin: Julia Mach
Kamera: Thomas Marschall

‘parental guiDance’(2009) – 05:50
Regie: Catherine Radam
Choreografie.: Nina Steinschaden
Kamera: Michael Schindegger
Musik: ‚ecut’ Eckard Friedrich

‘Lullaby for Mum’ (2012) – 02:24
Kamera/Choreographie/Darstellerin: Kirsty Arnold

‘Residance’ (2012) – 07:30
Regie/Kamera: Patrick Wally
DarstellerInnen: Trigger Track Collective

‘Sternenhaus’ (2008) – 01:57
Regie: Nadine Taschler
Tänzerin: Claudia Artner
Musik: Mark Morrison
Hilfe: Christian Kurz

‚Call for freedom‘ (2009) – 03:06
tanz.labor.labyrinth
Regie/Choreografie/Schnitt: Ulduz Ahmadzadeh
Kamera: Antal Brugger
Tanz: Natalie Fend, Mara Losch, Nora Pider, Gerlinde Roidinger, Komposition: Adrián Artacho
Gesang: Golnar Shahyar, Cello: Meaghan Burke

‚Zwergenduett‘ (2012) – 09:48
Regie/Choreogrfaie: Anna Schrefl, TänzerInnen: Julia Hechenblaikner, Marcus Tesch, Video: Béla Baptiste

Day 4 // AEC deep space

Tag 5: Lentos Performance Day 30.04.

Der Eintritt für alle Zuschauer war für alle Performances im Lentos – Auditorium KOSTENFREI. Die Vorstellungen fanden am Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr statt.

Sam Bunn, Jianan Qu „:(„

(20 min)

🙁 is a solo dance performance on the brink of installation. In monolithic setting 3 key elements with different qualities transform each other at an extremely slow pace. Being offered a minimum of spectacle, the audience is forced to draw its sensation from the slightest movements and changes. The piece questions perception and how and through which channels information is perceived.

Bianca Anne Braunesberger, Ewa Wilisowska „solo(w)“

(15 min)

We can just fall really low, if we try to be on our own. feeling the connectivity to everything and everybody around us, makes us strong and able to use our full potentials.

Dolma Jover Agullo „break“

(15 min)

Pushing……………. is not living life.

Thinking…………….. is not the way.

Take root…………………….time.

we need to kill………………….. ghost……………………

We need to find a…

Frau Friedrich (alias Theresa L. Gindlstrasser) „JACQUES bum BRACQUES“

(7 min)

Der Satz vom ausgeschlossenen Dritten ist ein interessanter Satz. Natürlich, auch der Satz vom zu vermeidenden performativen Widerspruch ist ein interessanter Satz.
JACQUES bum BRACQUES ist ein Satz. JACQUES bum BRACQUES ist vor allem ein Schatz. Und JACQUES bum BRACQUES ist immer wieder dieser Comic Sound, der entsteht wenn wir die Dinge kaputt machen,die uns kaputt machen.

Josseline Black „some confession“

(20 min)

Some visceral exploration of a confession of Lust.

Hertha Müllegger „The woman and the River“

(15 min)

Basierend auf einer Erzählung des Stammes der Lakota Indianer wird eine Geschichte mystischgleichnishaften Inhaltes von Nicolas Buenaventura Vidal erzählt. Dargestellt mittels Sprache, Musik und Tanz.

Mit Doris Roth, Barbara Buchegger und David Kraxberger

Day 5 // Lentos Performance Day

Tag 6: improv + try outs @ KAPU 02.05.

Body/Sound/Space – free entrance

The concept of „Body/Sound/Space“ is to encourage local artist and art students for spontaneous performances, try outs and improvisation by offering a free room for the collaboration to take place. The event is focused on the field of performance art, dance, music and visual art forms. By bringing these various artists together under the same playful performance space, we wish to delete the borders between participants and audience when watchers could become performers and other way around. The programme of the evening will include both prepared and improvised performances as well as an open dance and music jam session.

KAPU opens the doors for local artist and art students from the field of performance, dance, music and visual arts for gathering and sharing. Free working and performing space in three floors, five various rooms of the Kapu building are offered for screening a video, setting up an exhibition, performing on or off the stage…

Day 6 // improv + try outs @ KAPU

Tag 7: Abschlussfeier KAPU 04.05.

 

Ab 20:00 wurde erneut im KAPUKINO eine von Theresia Dückelmann zusammengestellte Auswahl von Tanzfilmen gezeigt. An diesem Abend wurde auch das fünfjährige Bestehen der RedSapata Kunst-, Kultur- und Tanzinitiative gefeiert. Dazu wurde die Band „Laine“, die bereits bei der Eröffnungsfeier von RedSapata den Abend begonnen haben, erneut eingeladen. Eine Zusammenstellung von relevanten Projekten und Fotos aus den letzten fünf Jahren wurden in Form einer Präsentation gezeigt.